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Wunsiedel 2004 – Ein Trauerspiel

Ursula Haverbeck und Horst Mahler beim Hess-Aufmarsch 2004. Die Fotos unten zeigen andere Teilnehmer des Aufmarschs.

Es ist gute antifaschistische Tradition, Publikationen von Nazis nicht weiterzuverbreiten. Dies wäre eine ebenso gefährliche Anerkennung der Diskussionswürdigkeit rechtsextremer Positionen, wie ein gemeinsames Auftreten von Antifas und Faschisten auf einer Podiumsdiskussion.

Ab und zu stolpert man aber über Äußerungen von Nazis voller umwerfender unfreiwilliger Komik. So hat die Gesellschaft für Freie Publizistik vor einiger Zeit von den „arbeitslos gewordenen OMON-Truppen der Anti-Apartheidbewegung“ berichtet, die gleich drei GfP-Veranstaltungen in OWL verhindert haben. Horst Mahler hat kürzlich in einem Aufruf zum Besuch des Prozesses gegen Ursula Haverbeck und Ernst-Otto Cohrs wegen Holocaust-Leugung in Bad Oeynhausen geschrieben: "nahe dem Schlachtfeld im Teutoburger Wald, auf dem Herrmann der Etrusker im Jahre 9 n.ZW die Römischen Legionen des Consuls Varus vernichtend schlug." Der IDGR hat darin das Ende des Hermannsdenkmals gesehen. Dieser Bewertung stimmen wir vorbehaltlos zu.

Ursula Haverbeck hat in diesem Jahr zusammen mit Horst Mahler am Aufmarsch in Wunsiedel teilgenommen und durfte dort sogar eine Rede halten. Dennoch war sie „not amused“ vom Erscheinungsbild des Aufmarschs. Sie hat ihren Eindruck in einem kleinen Bühnenstück zum Ausdruck gebracht, das wir dem geneigten Publikum nicht vorenthalten wollen. Das Stück zeigt im Vergleich zu ihrem `Trauerspiel` „Amalia Hinterwäldlerin vor Gericht“, welches in eher dumpf-bräsiger Form skizziert, wie sie sich den Verlauf eines Prozesses wegen Holocaust-Leugnung vorstellt(1), dass sie trotz ihres hohen Alters bemerkenswerte literarische Fortschritte gemacht hat.

Wir waren von „Wunsiedel 2004“ so begeistert, dass wir spontan die Laienschauspielgruppe „ZOG-Socks“ gegründet haben, um das Stück in einem würdigen Rahmen und auf einer angemessenen Plattform präsentieren zu können. Schaut einfach mal rein Wunsiedel 2004 im DIVX Format (ca. 6,5 MB) oder Wunsiedel 2004 im XVID Format (ca. 8,2 MB).

Auch wenn es uns manchmal schwer fällt, Nazis ernst zu nehmen, die solches Blech schreiben, die sich Titel wie „Reichsermittler in Geschäftsführung ohne Auftrag“ zulegen oder die mit viel Akribie Kreditkarten der zukünftigen Reichsbank (inclusive Maestro-Logo und genauer Spezifikation der technischen Daten des Magnetstreifens) entwerfen, halten wir diese Leute durchaus für gefährlich. So haarsträubend naiv zum Beispiel die argumentativen Grundlagen des gegenwärtige Versuch von Haverbeck, Mahler, Schaub & Co., eine neue Holocaustleugnungskampagne zu beginnen, auch sind: Erfundene, verkürzte, verlogene oder verbogene Argumente waren für Nazis noch nie ein Hindernis, neue Anhänger zu finden.

Die ZOG-Socks

PS: Wir warten sehr gespannt darauf, dass Frau Haverbeck nicht nur dicke Sprüche klopft, sondern diesen Sprüchen auch Taten folgen lässt und, ihre eigene Kritik in „Wunsiedel 2004“ ernstnehmend, am Collegium Humanum demnächst die Hakenkreuzfahne hisst. Aber vielleicht geht sie in dieser Hinsicht ja auch beim Hess-Aufmarch im nächsten Jahr mit „gutem Beispiel“ voran. Und am Ende bügelt sie dann den jungen Kameraden auch die HJ-Hemden oder zeigt dem BDM-Nachwuchs, wie das geht.

(1) Ganz so bescheuert wie in diesem `Trauerspiel` hat sie in ihrem Prozess am 18.6.04 in Bad Oeynhausen dann doch nicht argumentiert.