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Warum wir den 8. Mai woanders feiern - Gegen den „antideutschen“ Sektenzirkus auf dem Siegfriedplatz

„Und sorget ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibt, Frieden zwischen den Menschen, Frieden zwischen den Völkern.“ (Mahnung am Ehrenmal auf dem Friedhof in Stukenbrock)

Am 8. Mai kündigt eine gleichnamige Gruppe und das Bildungswerk Lippe auf dem Siegfriedplatz Feierlichkeiten zum „60. Jahrestag der Kapitulation Nazi-Deutsch­lands“ an. In der Tat ein Grund zum Feiern, insbesondere hinsichtlich aktueller Um­deutungen von Geschichte, wo die Befreiung vom Nationalsozialismus mal als „Niederlage“, als „Untergang“ oder als Beginn von „Terror und Vertreibung“ daher­kommt.

Unter dem Deckmantel kritischer Theorie und des Kampfes gegen Antisemitismus ist allerdings auch bei der „Gruppe 8. Mai“ nur eine Instrumentalisierung des Befreiungs­tages verborgen. Während Opfer und Überlebende des nationalsozialistischen Ter­rors ihre Erfahrungen in dem Slogan „Nie wieder Krieg, Nie wieder Faschismus“ bündelten, gerät dieser Gruppe ihr Aufruf zur Befürwortung von Militarismus und neu­em Krieg. Die allgemeine Idee von Frieden, Dialog und Toleranz wird als „leer und verlogen“ bezeichnet, die Zurückhaltung der Bundesregierung bei der Bom­bardierung der Zivilbevölkerung Bagdads kritisiert, gegen eine Politik der Versöhnung von „Juden und Arabern“ polemisiert und kaum verhohlen nun zu einem neuen Krieg gegen den Iran aufgerufen. „Wir demonstrieren zugleich gegen die deutsche 'Friedenspolitik'“ heißt es abschließend im Aufruf zu der Kundgebung.

Das Bestreben, aus der Geschichte Nazi-Deutschlands politische Schlussfolgerungen für die Gegenwart abzuleiten, gerät den AutorInnen teilweise zur Relativierung des Nationalsozialismus. Die Vehemenz, mit der überlebenden Opfern Ratschläge für politisch richtiges Verhalten gegeben werden, ist nur noch geschmacklos.

Auch das Spektrum der auftretenden RednerInnen lässt erkennen, dass zumindest von einigen rassistische und völkische Theorien sowie Kampfansagen gegen die multikulturelle Gesellschaft zu erwarten sind. Das hier versammelte Spektrum um die Zeitschrift „Bahamas“ und die „Georg Weerth Gesellschaft“ haben derlei Thesen in Artikeln und auf Veranstaltungen in der Vergangenheit mehrfach vertreten. Auf dem Titel der aktuellen 46. Ausgabe der „Bahamas“ ist etwa die Schlagzeile zu lesen „Theo van Gogh - Preisgegeben von der multikulturellen Gesellschaft - von Djihadis­ten ermordet.“ In typischer NPD-Manier wird hier eine einzelne mörderische Gewalt­tat eines Migranten als Argument gegen die Realität der multikulturellen Gesellschaft gewendet. „Antirassismus als neuer Antisemitismus“, der Titel des angekündigten Redebeitrages des Bahamas-Redakteurs Wertmüller am 8. Mai, lässt Schlimmes befürchten.

Wir wenden uns gegen Krieg als Mittel politischer Konfliktlösung, gegen Rassismus, und gegen die Relativierung des Nationalsozialismus. Wir werden den 8. Mai wo­anders feiern.